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Der Boom in der Physiotherapie hat begonnen und signalisiert Wachstum bei Fusionen und Übernahmen im Gesundheitswesen.

Anfang dieses Monats gab U.S. Physical Therapy (USPH) den Startschuss für die gesamte Physiotherapie-Branche. USPH übertraf seine Erwartungen für das zweite Quartal 2025 und meldete einen Gewinn von 0,81 US-Dollar pro Aktie, der deutlich über den Konsensschätzungen der Wall Street von 0,71 US-Dollar lag und gegenüber dem Vorjahreswert von 0,73 US-Dollar zulegte. Die Folge? Die Gegenwinde, die die Branche in den letzten fünf Jahren belastet haben, lassen endlich nach. Die Physiotherapie hat die Talsohle durchschritten.

Für diejenigen, die den Sektor genau beobachten, hat sich dieser Moment schon lange abgezeichnet. Unser Unternehmen Livingstone, ein M&A-Berater im Gesundheitswesen mit mehr als zwei Dutzend abgeschlossenen M&A-Transaktionen im Bereich Physiotherapie, hat prognostiziert, dass Anfang 2025 die Talsohle für die Branche erreicht sein würde. Um zu verstehen, wohin sich die Branche entwickelt, muss man sich die Herausforderungen der letzten Jahre vor Augen führen.

Eine Pandemie, die nicht enden will
Seit Beginn der Pandemie hat die Physiotherapie-Branche schwer zu kämpfen. Vier Jahre in Folge wurden die Erstattungen durch Medicare gekürzt, zuletzt um 2,9 % im Jahr 2025, und das war erst der Anfang. Selbst die widerstandsfähigsten Anbieter wurden durch Personalmangel, Lohninflation und eine Nachfrage, die die Kapazitäten kontinuierlich überstieg, zusätzlich belastet. Doch unter diesem Druck geschah etwas Bemerkenswertes: Die cleveren Plattformen passten sich an. Zahler mit niedrigeren Erstattungen wurden fallen gelassen. Der Zahlermix verlagerte sich auf höherwertige Segmente wie Arbeitsunfallversicherung und Personenschäden. Die Tarife wurden ausgehandelt, neu verhandelt und dann erneut ausgehandelt. Diese strategischen Initiativen schufen die Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Performance in der gesamten Branche.

Warum sich das Blatt wendet
Der bevorstehende Aufschwung in der Physiotherapie basiert auf fünf zentralen Fundamentaldaten:

  1. Steigende Patientenzahlen. Die Nachfrage ist robust und wächst weiter, angetrieben durch demografische Faktoren, eine zunehmend aktive Bevölkerung und trendige/kosteneffiziente klinische Behandlungsmethoden.
  2. Günstige Erstattungssätze. Ja, die Erstattung von Physiotherapie durch Medicare ist 2025 zurückgegangen. Für 2026 wird jedoch eine Erhöhung des Umrechnungsfaktors um 3,3 % erwartet. Der Vorbehalt? RVU-Änderungen könnten einige Gewinne wieder ausgleichen. Dennoch sollten die Erstattungssätze insgesamt steigen, da die Erstattungen durch Medicare relativ unverändert bleiben, sich die Zusammensetzung der kommerziellen Kostenträger verbessert hat und günstig neu ausgehandelte Verträge weiterhin in Kraft sind.
  3. Stabilisierung des Arbeitsmarktes. Der Arbeitsmarkt verbessert sich. Die Kliniken sind weiterhin unterbesetzt, aber hochproduktiv. Die Therapeuten behandeln mehr Patienten, da die Zahl der Besuche pro Klinik und Tag gestiegen ist, und dieser Trend dürfte sich fortsetzen.
  4. Effizienzsteigerungen. Die Einführung technologischer Fortschritte wie künstliche Intelligenz (KI), verbessertes klinisches Coaching und intelligentere Terminplanungstools haben zu echten Produktivitätssteigerungen in Physiotherapie-Kliniken geführt. Die Therapeuten behandeln nun mehr Patienten pro Tag, was den Zugang für Patienten verbessert, die Kosten pro Besuch senkt und die operative Hebelwirkung erhöht.
  5. Operative Hebelwirkung. Mit steigenden Patientenzahlen, höheren Nettoerstattungen und schlankeren Kostenstrukturen beginnt sich die Rechnung für die Betreiber auszuzahlen. Die Margen steigen und die Skaleneffekte werden in der gesamten Branche immer deutlicher

M&A am Horizont
Wenn die Gewinnmargen der Branche steigen, werden Investoren aufmerksam. Wenn dies wirklich der Beginn des nächsten Bullenmarktes für Physiotherapie ist, wird 2026 nicht nur das Jahr der Erholung sein. 2026 wird das Jahr der Übernahmen und Konsolidierungen sein. Private-Equity-Firmen, die in den unsicheren Monaten vor oder kurz nach der Pandemie in Physiotherapieplattformen investiert haben, suchen nun nach Ausstiegsmöglichkeiten. Das EBITDA steigt. Die Bewertungen verbessern sich. Es gibt überzeugende Argumente für eine Welle von M&A auf Plattformebene, die von starken Fundamentaldaten getrieben wird.

Fazit: Die Bullen sind auf dem Vormarsch.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren zeigen die Fundamentaldaten der Physiotherapie-Branche einen deutlichen Aufwärtstrend. Die Physiotherapie, die unter den Auswirkungen der Pandemie, dem Druck auf die Erstattungssätze und dem Arbeitskräftemangel gelitten hat, steht wieder auf eigenen Beinen. Wenn sich die These von Livingstone bewahrheitet, stehen die stärksten Quartale bevor.

Ryan Buckley ist Partner und Co-Head of Healthcare bei Livingstone, einer globalen Investmentbank für mittelständische Unternehmen, die M&A- und Schuldenberatungsdienstleistungen anbietet. Livingstone ist der aktivste M&A-Berater für mittelständische Unternehmen im Bereich Physiotherapie und hat seit 2021 acht Physiotherapieplattformen mit einem Gesamtwert von fast 1 Milliarde US-Dollar verkauft. Zu den jüngsten M&A-Transaktionen von Livingstone im Bereich Physiotherapie gehören Spine & Sport (an PRN), Metro Physical & Aquatic Therapy (an U.S. Physical Therapy), MOTION PT Group und Access Physical Therapy & Wellness (beide an Confluent) sowie Therapy Partners Solutions (an Lee Equity). Weitere bemerkenswerte Erfolge im Bereich Physiotherapie sind Transaktionen mit Branchenführern wie Agility Health, Alliance Physical Therapy Partners, ATI Physical Therapy, Fitness Quest, Foothills Therapy Partners und PT Solutions.